Datum & Zeit
Di., 22. Juli 2025 - 18:00 Uhr
Location
Gedenkbibliothek
Hans-Hermann Lochen, der Ministerialrat a.D. vom Bundesministerium der Justiz referiert zum Thema:
Die Betreuung westlicher Häftlinge in der DDR
Von ihrer Eröffnung im Jahr 1974 bis zum Ende 1989 betreute die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Ost-Berlin Hunderte westdeutscher und West-Berliner Häftlinge, die aus unterschiedlichen Gründen in Untersuchungshaftanstalten und Strafvollzugseinrichtungen der DDR inhaftiert waren. Dabei ging es in erster Linie darum, den Betroffenen ihre äußerst schwierige Haftsituation soweit wie möglich zu erleichtern und ihre psychische Stabilität zu stärken. Dies geschah durch regelmäßige Besuche und Briefkontakte, die den Inhaftierten die Gewissheit gaben, dass ihr Schicksal im Westen aufmerksam verfolgt wurde. Vorrangiges Ziel war natürlich immer eine vorzeitige Freilassung. Auch wenn die Ständige Vertretung nicht für die Verhandlungen über den Freikauf politischer Gefangener und deutsch-deutsche Familienzusammenführungen zuständig war, unterstützte sie im Rahmen ihrer Tätigkeit die entsprechenden „besonderen Bemühungen“ der Bundesregierung.